Motivation treibt uns mächtig an! Die großartigsten Projekte beginnen mit Motivation. Leider ist sie ein oft kurzlebiges Vergnügen…

Der geheime Papyrus der größten Experten
Wahrscheinlich ist es stattdessen tatsächlich die Disziplin, die viele bekannte Experten dorthin gebracht hat, wo sie sind. All jene, mit denen ich bisher zusammengearbeitet habe, haben im Wesentlichen diese eine Eigenschaft in sich vereint: Disziplin, Beharrlichkeit, manchmal eine gewisse Sturheit und – das bleibt aber unter uns – sie können einem manchmal auch richtig auf den Nerv gehen, wenn sie etwas wollen.
Das gilt für Bodo Schäfer, Oliver Pott, Rainer Zitelmann, Ralf Schmitz, Mario Wolosz, Sven Platte, Martin Limbeck, Gerald Hörhan, Joschi Haunsperger, Julien Backhaus, … und wer mir noch so alles auf die Schnelle einfällt, die mir schon einmal diszipliniert über den Weg gelaufen sind. Über jeden könnte ich mindestens eine Geschichte erzählen, von der ich der festen Überzeugung bin, dass sie deren unbedingte Disziplin widerspiegelt.
Das Name-Dropping der Personen, für die und mit denen ich schon gearbeitet oder die ich zumindest schon getroffen habe, weckt manchmal schnell das Interesse eines Gegenübers. Schließlich ist es ein ganz natürlicher Reflex, von den wirklich erfolgreichen Spielern des eigenen Interessenbereiches zu lernen. Karrieretipps von Toni Kroos in einer privaten Trainingseinheit oder die geheimen Tricks von Bodo Schäfer bei einer Tasse Tee? Das würde schon etwas bringen, je nach eigenen Zielen.
Und dann werde manchmal ersatzweise ich gefragt, was ich denn hinter den Kulissen vielleicht noch an Geheimnissen gesehen habe. Darum hier die vollständige Liste der Voraussetzungen:
- Disziplin. [Ende der Liste]
Ich glaube sogar, dass bei ganz genauer Betrachtung auch nichts Größeres dahinter steht. Die Technik und die Inhalte für ein erfolgreiches WIssensbusiness kann sich jeder draufschaffen und sie sind überall verfügbar. Viel zu viele davon!
Aber es ist schon auffällig, dass beispielsweise erfolgreiche Coaches immer wieder in unterschiedlichsten Geschichten und Facetten darüber fabulieren, dass es immer wieder um Disziplin beim Erfolg geht. Bodo Schäfer erzählt bei vielen Gelegenheiten, dass sein erstes und dann sehr erfolgreiches Buch, das den Startschuss zu seiner Karriere gab, von über 50 Verlagen abgelehnt wurde. Und das er nur mit Beharrlichkeit und dem festen Glauben daran trotzdem einen Bestseller gelandet hat. Martin Limbeck nimmt sich selbt und jeden erfolgshungrigen Unternehmer gern in die Pflicht, Höchstleistung von sich selbst zu fordern. Disziplin…
Eine meiner Lieblingsgeschichten ist, dass ich einem sehr bekannten Coach einmal erzählte, wie er und die anderen „großen Jungs und Mädels“ sich immer, wenn sie sich treffen, zuraunen: „Denk dran, wir haben doch das geheime Papyrus, auf dem die Geheimnisse unseres Erfolgs stehen. Denk dran, es niemals anderen zu zeigen!“. Fand er lustig. Es gibt kein Geheimnis hinter der Disziplin.
Ein anderer Coach erzählte mir mal die ebenfalls sehr lustige Geschichte, dass es aus seiner Sicht viel zu viele Motivationcoaches gäbe – und viel zu wenige Disziplincoaches. Seiner Meinung nach sei Motivation etwas sehr kurzweiliges, wie ein Schokoriegel, der den Blutzuckerspiegel schnell hoch treibt. Viel klüger sei es doch, etwas längerfristig wirksames zu sich zu nehmen. Eiweiß, oder eben: Disziplin. Sonst kommt nach dem Zucker-Flash schnell der Zusammenbruch. Er machte auch das Scheitern vieler Anfänger und Durchstarter in der Experten Branche an dieser falschen Bevorzugung der schmackhaften Motivation fest.
Allerdings ist die unbedingte Disziplin nicht jedem gegeben und es ist tatsächlich ein reichlich nebulöses Konzept, mit irgendeiner wie auch immer gearteten „Disziplin“ nach irgendeinem Erfolg streben zu wollen. Wer diszipliniert immer wieder vor die Wand rennt, wird auch höchstens Kopfschmerzen nach vorne tragen. Ich habe schon einige Leute scheitern sehen, die echt ein vielversprechendes Konzept am Wickel hatten, aber trotzdem krachend gescheitert sind, weil sie zu früh die Flinte ins Korn geworfen haben. Oder, verwandt: weil anderswo neue (kurzweilige) Motivation lockte und Disziplin lästig wurde.
Daher drei fixe Überlegungen zur Disziplin:
- Disziplin ist umso leichter einzuhalten, wenn dabei einem klaren Konzept gefolgt wird. Wer sich eine Strategie vornehmen kann, die dann Schritt für Schritt abgehakt wird, wird Zwischenerfolge sehen und feiern. Das macht es viel einfacher, dann trotzdem diszipliniert zu bleiben, wenn das große Ziel noch gar nicht in Sicht ist. Daher kann es sehr sinnvoll sein, sich der Strategien, Techniken und Instrumente der erfolgreichen Experten zu bedienen und daraus seine eigene Disziplin zu entwickeln, die funktionieren. Besorgen Sie sich die aus erster Hand!
- Disziplin und Motivation sind die idealen Partner. Disziplin kann manchmal dröge und langweilig sein, kann anstrengen und herausfordern. Aber sie ist (fast immer) untrennbar mit Zielerreichung verbunden. Motivation ist hingegen lustig, kann begeistern und extrem antreiben, ist aber leider auch kurzlebig. Wer jedoch ein Thema findet, das ihn motiviert und das er dann mit einer diszipliniert aufgebauten Strategie hinterlegen kann, der wird mit größerer Wahrscheinlichkeit seine Ziele erreicht. Tun Sie etwas, das Sie motiviert und verlassen Sie sich nicht darauf. Disziplin und Strategie braucht es auch noch.
- Disziplin und Motivation scheitern meistens da, wo eben keine Zwischenschritte erreicht werden. Dann sind beide arg bedroht. Daher sollte die eigene Strategie begleitet werden, durch jemanden, der sich in diesem Bereich auskennt, Zwischenschritte benennen und Strategien weisen kann. Es ist durchaus empfehlenswert, aus Fehlern zu lernen. Aber es müssen ja nicht die eigenen sein.

